Netzwerk für Integration bei der Caritas
Zahlreiche Vertreter*innen aus Wohlfahrtsverbänden, Verwaltung, Bildung, Beratung und Zivilgesellschaft nutzten die Gelegenheit, um miteinander ins Gespräch zu kommen und Impulse für die Weiterentwicklung der kommunalen Integrationsplanung in Braunschweig zu setzen. Schon beim Ankommen wurde spürbar, worauf es in diesem Prozess ankommt: auf Austausch, auf gegenseitiges Verständnis und auf die Bereitschaft, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen.
Nach der Begrüßung durch Susanne Kundolf vom Sozialreferat der Stadt Braunschweig stellte Kai Günter von der Stelle für Vielfalt, Demokratie und Integration die Grundlagen der bisherigen Integrationsplanung, das Monitoring sowie den geplanten Beteiligungsprozess vor. Damit war der Rahmen gesetzt für einen Nachmittag, der nicht von abstrakten Konzepten, sondern vor allem vom Wissen und den Erfahrungen der Menschen aus der Praxis lebte.
Im Mittelpunkt stand ein World-Café-Format, in dem die Teilnehmenden in wechselnden Gesprächsrunden zentrale Themenfelder der Integrationsarbeit in Braunschweig diskutierten. Im Fokus standen dabei die Bereiche Bildung und Sprachförderung, Ausbildung und Arbeitsmarkt, Demokratieförderung und Antidiskriminierung, Gesundheit, Kultur, Freizeit und Sport sowie Wohnen und Zusammenleben.
Dabei ging es nicht nur um die Frage, was bereits gut funktioniert, sondern auch darum, wo Menschen noch immer an Grenzen stoßen, welche Hürden bestehen und welche konkreten Schritte notwendig sind, damit Teilhabe in Braunschweig für alle besser gelingen kann. Die Beiträge wurden digital dokumentiert, sichtbar gemacht und im Verlauf der Veranstaltung fortlaufend ergänzt. So entstand ein gemeinsames Bild von Stärken, Herausforderungen und nächsten Schritten.
Als Gastgeberin war die Caritas Braunschweig dabei bewusst mehr als nur Veranstaltungsort. Die Caritas versteht sich als Teil eines starken Netzwerks, das Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen begleitet, unterstützt und ihnen echte Teilhabe ermöglichen will. Gerade in der Integrationsarbeit zeigt sich jeden Tag: Gute Lösungen entstehen dort, wo Hilfen verlässlich sind, wo Menschen ernst genommen werden und wo Institutionen nicht nebeneinander, sondern miteinander arbeiten.
"Integration ist keine Aufgabe, die einzelne Institutionen allein lösen können. Sie gelingt dort, wo Menschen mit Haltung zusammenarbeiten, Verantwortung teilen und den Mut haben, einander wirklich zuzuhören. Gerade deshalb sind solche Begegnungen so wichtig - weil sie deutlich machen, dass Teilhabe immer gemeinsam gestaltet werden muss", sagt Dr. Marcus Kröckel, Vorstand des Caritasverbandes Braunschweig.
Im weiteren Verlauf wurden die gesammelten Beiträge im Plenum zusammengeführt, thematisch gebündelt und erste Schwerpunkte sichtbar gemacht. Deutlich wurde dabei: In Braunschweig gibt es bereits viele engagierte Akteur*innen, wertvolle Erfahrungen und tragfähige Ansätze. Gleichzeitig braucht es weiterhin verlässliche Zusammenarbeit, konkrete Maßnahmen und eine starke Beteiligung der Praxis, damit Integration nicht nur geplant, sondern im Alltag der Menschen spürbar wird.
Die Veranstaltung war damit ein wichtiger Auftakt für den Neustart der Kommunalen Integrationsplanung in Braunschweig. Sie hat gezeigt, dass "Vielfalt gemeinsam gestalten" nicht nur ein Titel ist, sondern ein Anspruch - und eine gemeinsame Verantwortung für eine Stadt, in der Menschen unabhängig von Herkunft, Lebensgeschichte oder sozialer Lage ihren Platz finden können.